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Weltkrieg 1914-1918

by Karl Josef Scheible

504 pages; quality trade paperback (softcover); German Language; catalogue #03-2627; ISBN 1-4120-2048-4; US$36.50, C$43.85, EUR30.00, £21.00

Personliche Kriegserlebnisse des Badischen Dragoners Karl Scheible. Drei Jahre an der Ostfront - Stellungskrieg an der Dunafront. Vier Monate an der Westfront - Marne Offensive im Juli 1918, beinahe todlicher Kopfschuss. Kriegsende in Danzig.

A young cavalry soldier transforms from horseman with lance, via trench warfare during two Russian winters, into seasoned war veteran on the Western front and to the Marne Offensive, 1918.


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zu diesem buch/about the book

Karl Josef Scheible hat seine erste Lehrerstelle angetreten als der erste Welrkrieg losbricht. Trotz Bitte um Rückstellung wird er eingezogen. Nach kurzer Ausbildung als Badischer Dragoner in Bruchsal, wird er zu Pferd mit Lanze und Gewehr an die russische Front in Litauen verlegt. Sein Regiment kämpft im Stellungskrieg entlang der Düna bis zur russischen Revolution 1917. Nach kurzer Ausbildung als Reserveoffizier schickt man ihn an die Westfront in der Gegend von St.Quentin. Im Juli 1918 nimmt er an der Marne Offensive teil und wird durch Kopfschuß schwer verwundet. Während der Genesung in seiner Garnison in Danzig wird er im November 1918 zum Soldatenrat gewählt. Auf eigenen Wunsch wird er aus der Armee entlassen und kehrt 1919 in den Lehrerberuf zurück.

Karl Josef Scheible has just started his first job as a schoolteacher when the First World War breaks loose. He is drafted in spite of his request for exemption. After a brief training as Badischer Dragoner in Bruchsal he is sent to the Russian front in Latvija, a Dragoner on horse back with lance and rifle. His regiment gets tied down in trench warfare along the Dunja until the Russian revolution in 1917. After a short training as reserve officer he is sent to the Western front in the area of St Quentin. In July 1918 he participates in the Marne offensive and gets wounded. In recovery back at his garrison in Danzig he is elected into the soldiers' revolutionary council in November 1918. He is honourably discharged from the army and resumes his profession as a schoolteacher in 1919.


über den autor/about the author

Karl Josef Scheible, geboren am 19.Dezember 1893 in Pforzheim Dillstein. Ausbildung zum Volksschlulehrer mit erstem Dienstantritt im September 1914. Eingezogen zu den Badischen Dragonern im Dezember 1914. Dient im 21. Regiment in Litauen und Lettland. Stellungskrieg entlang der Düna wo er das Eiserne Kreuz verdient. Zum Vizefeldwebel befördert und 1918 an die Westfront bei St.Quentin verlegt. Während der Marne Offensive im Juli 1918 durch Kopfschuss schwer verwundet. Nach Genesung in der Garnison Danzig im November 1918 zum Soldatenrat gewählt. Lehrer in Pforzheim bis zu seiner Pensionierung 1963. Gestorben am 27.Mai 1979.

Karl Josef Scheible, born on December 19, 1893 in Pforzheim-Dillstein was educated to be a school teacher with his first job being awarded in September 1914.

  • Drafted to Badische Dragoner in December 1914
  • Stationed with the 21st Regiment in Lietuva and Latvia
  • Trench warfare along the Dunja where he earns the Iron Cross
  • Promoted to sergeant and sent to the Western front near St. Quentin in 1918
  • Wounded during the Marne offensive in July 1918
  • Elected into the soldier's revolutionary council in November 1918
  • School teacher in Pforzheim until his retirement in 1963
  • Died on May 27, 1979


einige auszüge/excerpts

29 Mai 1915: Bei einer solchen Patrouille von Telsche aus haben wir die Aufgabe, etwa 5 Tage nach Nordosten vorzustoßen (Gegend Wjeschnie) um uns mit einer Patrouille der 20.Dragoner zu treffen. Ich bin dabei Spitzenreiter, auf Sichtweite der Hauptpatrouille voraus. Am 5.Tag reiten wir in einer Lichtung, die uns den Ausblick auf ein Gehöft gestattet. Ich reite vom Weg, der an einem Waldrand hinzieht weg, auf das Gehöft zu, aus dem ich zwei Reiter auf mich zukommen sehe. Es sind gewiß die Kameraden von den 20.Dragonern. Auf 20 Schritte erkenne ich 2 Kosaken. Ich gebe ihnen zu verstehen, sie sollen absitzen und mit mir gehen, das tun sie allerdings nicht. Hinter mir höre ich Pferdegetrampel. Quästor erkennt die gefährliche Lage, dreht und jagt unserer zurückgehenden Patrouille nach. Jetzt erkenne ich die Gefahr, der ganze Waldrand ist von russischer Infantrie besetzt. Vor Staunen gelähmt, hat noch keiner von ihnen die Lage erfaßt. Es gelingt mir unbeschadet die Patrouille wieder zu erreichen. Dennoch fühle ich, daß es nicht mehr lange mit mir geht....

May 29, 1915: During such a patrol our assignment is to advance about 5 days in direction North-East to the area of Wjeschnie in order to join there with another patrol of the 20th dragoons. I am the lead man, ahead but still in view of the main patrol. On day 5 we are riding through a clearing in the forest and see a farm house in the distance. I leave the road which runs along the edge of the forest and start to approach the farm house from where two cavalrymen are approaching me. I assume they are the comrades of our 20th dragoons. On 20 steps distance I recognize they are Cossacks. With sign language I ask them to dismount and come with me. They do not even think of it. In my back I hear the noise of running horses. My horse Quastor recognizes the dangerous situation, turns around and gallops after our fleeing patrol. Only now do I recognize that the forest is full of Russian infantry. Like paralyzed none of them has yet grasped the opportunity of being able to destroy a German patrol. I succeed to reach our patrol unharmed. Nevertheless I feel that I cannot last much longer...


Lange ist es ruhig geblieben. Nur einzelne Gewehrsalven der Russen zeigen an, daß "er" noch da ist. Da nun die lieben Tierchen, Läuse geheißen, sich sehr bei uns eingenistet haben, hat man es für ratsam gehalten, unsere Kleider aus dem Unterstand in Bündeln nach Skudre zum Entlausen abholen zu lassen. Eine schwere Arbeit für die Sanitäter den 1/2 stündigen Graben zurück aus der Infantriefeuerlinie. Holz haben wir glücklicherweise noch, und splitternackt kauern wir in der Erdhöhle Villa Diz.

Plötzlich starkes Gewehrfeuer, darauf das Fauchen unserer Flattermienen. Ein unheimliches Konzert, verstärkt durch Artilleriefeuer und 28 cm Brummer von der Düna her - Dünazoft genannt - dazwischen die bekannten Flachgeschosse der Kippe. Der Russe hat angegriffen im Schneesturm. Kein Wort wird gewechselt. Wir sehen uns schon, nackt wie wir sind, abgeführt und hängen unseren Brotbeutel um. Nackt gefangen. Man wird uns in Petersburg ausstellen, durch die Straßen führen. Herrgott unsere Kleider. Nach 5/4 Stunden kommen atemlos die Kleiderträger mit oder ohne Laus:

In die Kleider, Gewehr zur Hand, hinaus in die Schneehaufen. Mancher Bündel kommt nicht. Der Träger ist gefallen, von Granate und Kleider zugedeckt im Schnee. Schneehaufen spritzen von Granten zerwühlt. Maschinengewehre rattern. Wieder einmal Krieg.

It has been quiet for a long time. Only sporadic rifle fire from the Russian side indicates that "he" is still there. As our favorite "pet animals", also called "lice", have nested with us in large quantities, it is deemed useful to remove all our clothing from our dug-out and send it back to Skudre in bundles for delousing. A heavy and difficult job for our paramedics to carry all clothes for _ hour from our front ditch back to the delousing station. Fortunately we own sufficient fire wood. Stark naked, we hustle around the fire in our dug-out "Villa Diz".

Suddenly heavy rifle fire, followed by the ugly sound of air mines. A grisly concert, enforced by the sound of our artillery with heavy 28 cm mortars - called Dunazoft * and in between the well known sound of gun fire coming from the opposite "Kippe". The Russians attack under cover of a heavy snow storm. Speechless we look at each other. We see ourselves, naked as we are, taken prisoner. For cover we take our knap-sacks. Caught naked! They will probably show us around the streets of St.Petersburg. Dear God * our clothes! Finally, after 1 _ hours the cloth bearers are back * with or without lice:

Into the uniforms, rifle in hand and out into the snow storm. Several bundles have not come back. Their bearer fallen from shell fire, the clothes buried in snow. Heaps of snow explode, torn by Russian shells. Machine guns rattle. War again!


Um 4 Uhr werde ich durch heftiges Rütteln von meinem Putzer geweckt. Eben habe der Engländer mit Artillerie dicht an die Baracke geschossen. Ich springe auf und sehe schon lebhaft die Grenadiere mit Umschnallen, Tournisterumhängen u.s.w. beschäftigt. Bevor ich Anordnung treffen kann, ist das Unheil schon da. Ein ohrenbetäubender Schlag. Bretter fliegen in die Luft, und ich weiß nichts mehr von mir und meiner Umgebung.

Ich weiß nicht wie lange ich in diesem Zustand gelegen bin. Als ich wieder zu mir komme, bin ich mit Blut durchtränkt, als ob ich darin gebadet hätte. Meine Hosen sind zerschlissen von den Knien an abwärts. Mein Gehör ist geschwunden, jedes Gefühl aus dem Körper gewichen. Ich greife nach dem Kopf. Er ist noch da. Barfuß, bluttriefend eile ich zum Ausgang. Ein grauenhaftes Bild nehmen meine Augen auf. Vor mir liegt ein Grenadier, den ich nicht kenne. Ein Granatstück hat ihm den Kopf vom Rumpfe getrennt. Sein Blut hat sich über mich ergossen. furchtbar ist die Wirkung der Brisanzgranaten, die in messerscharfe Stücke zersplittern und den Tod nach allen Seiten streuen. Da liegt ein Arm vollständig in Fasern zerteilt. Eine sterbende Masse schleppt und wälzt sich nach dem Ausgang. Am Arm haltend ziehe ich einen Halbtoten mit an die Luft. An der Türschwelle lasse ich ihn liegen. Eine weitere Granate und noch eine schlagen in die Baracke. Draußen wildes Durcheinander. Da und dort kauert einer im Straßengraben und schmiegt sich an die Bergwand. Sollen wir hier umkommen?

At 4AM my batman wakes me up with heavy joggling. A moment ago an English artillery shell has hit near our barrack. I jump up and see our infantrymen busy with mounting their equipment. Before I can give an order disaster has hit us. An ear deafening blow. Planks fill the air, and I am knocked unconscious. I have no idea for how long I have been lying there. When I regain conscience I notice that I am full of blood, like bathed in it. My trousers are torn to shreds from the knee downward. My hearing is gone, all feeling has disappeared from my body. I touch my head. It is still there. Barefoot, dripping blood, I run for the exit of the barrack. My eyes absorb a dreadful picture. Next to me lies an infantryman whom I did not know. A shell-splinter has cut his head from the body. It has been his blood that splashed all over me. Terrible is the effect of the high explosive shells that burst into knife sharp pieces and spread death into all directions. Here I see an arm lying, spliced up into fibers. A dying mass of bodies welters toward the exit. By his arms I drag a half-dead infantryman out into fresh air. I leave him at the door step. Another shell and still another one hit the barrack. Outside wild confusion. Here and there men are seeking cover in the ditch, or cling to rocks. Should we all have to die here?


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